Neustart – Im Loslassen liegt die Kunst des Aufbruchs

Veränderungen gibt es im Leben immer wieder. Manche geplant und erwünscht, andere unerwartet und eher in der Kategorie „Das hatte ich mir anders vorgestellt“. Oft kommen sie von außen auf uns zu, gelegentlich sind sie aber auch Folge eigener Entscheidungen. Mit manchem hadere ich, anderes ist stimmig und bringt mich weiter. Was auch immer die Veränderung bewirkt hat – es gilt, darauf zu reagieren und das Beste daraus zu machen. Und das Schöne ist ja, dass jede Veränderung die Chance für Neues beinhaltet! Neue Begegnungen, neue Aufgaben, neue Beziehungen – das alles gäbe es nicht, wenn das Leben immer in den gleichen ruhigen Bahnen verliefe, anstatt den einen oder anderen Haken zu schlagen.

Ob der Neustart gelingt, hängt aber immer auch davon ab, mit welcher Einstellung man die Vergangenheit und die Zukunft betrachtet. Ein Buch, das ich vor etlichen Jahren im Neukirchener Verlag herausgebracht habe, trägt den schönen Titel Im Loslassen liegt die Kunst des Aufbruchs. Darin geht es ums Pilgern und Wandern – ums konkrete Loslaufen über Stock und Stein, aber auch um den Weg des Lebens, der durch Höhen und Tiefen führt. Und in dem Titel schwingt mit, dass beides nottut: der Blick zurück und der Blick nach vorn. Gerade an Wendepunkten und Wegkreuzungen. Es gilt, sich von Altem zu verabschieden und zugleich beherzt in neue Gefilde aufzubrechen.

Nun ist es ja zum Jahreswechsel üblich, die vergangenen Monate Revue passieren zu lassen, bevor man sich ins neue Jahr stürzt. Ich tue das diesmal besonders bewusst, weil dieses Jahr die nächste Etappe auf meinem beruflichen Weg mit sich bringt. Nachdem ich seit Herbst 2024 das Team des adeo-Verlages verstärken und als Programmleiterin wunderbare Buchprojekte begleiten durfte, zieht es mich jetzt zurück in die Selbstständigkeit als Übersetzerin und Lektorin.

Das Neue ist dabei einerseits vertraut aus jahrelanger Erfahrung als Freiberuflerin, aber auch anders, weil mich die Zeit im Verlag ungeheuer bereichert hat. Ich konnte gemeinsam mit tollen Autor:innen Projekte entwickeln, in Sachen Projektmanagement jede Menge dazulernen und vor allem Teil eines großartigen Teams sein, in dem ich immer Wertschätzung und Unterstützung erlebt habe. Das alles hat mir den Abschied – das Loslassen – schwerer gemacht, aber vor allem ist es für mich Grund zu großer Dankbarkeit! Denn das Gute, was ich erlebt habe, nehme ich mit ins neue Jahr und in die nächste Phase meines Berufslebens. Ich bin gespannt, was 2026 an Neuem und Spannendem bereit hält!


Postkarte, A. M. Mailick (1869–1946)
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